Pädagogische Konzeption zum Projekt „Zeitgemäß Lernen“

(Formuliert für den Träger)

Projektidee

Wir wollen untersuchen, wie sich das schulische Lernen im Zeitalter der Digitalisierung verändern muss, um Schülerinnen und Schüler zu befähigen, mit den aktuellen gesellschaftlichen Herausforderungen kompetent umzugehen, und sie auf zukünftige Schlüsselprobleme vorzubereiten, mit dem Ziel der Mündigkeit und dem Handeln nach ethischen Prinzipien.

 

Was wir wollen

  1. Wir wollen neue technische Möglichkeiten (durch eine 1:1-Ausstattung mit Tablets und eine einheitliche Plattform zur Zusammenarbeit) zum Lernen nutzen.
  2. Wir wollen den Schülerinnen und Schülern Möglichkeiten geben, ihr eigenes mediales Handeln (auch im privaten Bereich) zu reflektieren und den Blick auf den Einsatz zu Arbeitszwecken richten lassen. Dazu gehören auch die Möglichkeiten der Trennung von Freizeit und Arbeit.
  3. Wir wollen die Anforderungen im Bildungsplan zur Leitperspektive Medienbildung umsetzen; dazu gehören auch die Fächer “Basiskurs Medienbildung” (Klasse 5) und der “Aufbaukurs Informatik” (Klasse 7).
  4. Viele Lerninhalte unseres Profilfachs “Mensch und Medien” sind in der Zwischenzeit für alle Schülerinnen und Schüler relevant geworden und sind in unser neu konzipiertes Methoden- und Mediencurriculum eingegangen. Wir wollen die neuen technischen Möglichkeiten für dessen Umsetzung nutzen und anhand dieser Erfahrungen das Profilfach weiterentwickeln.
  5. Wir wollen anhand des 4K-Modells des Lernens (Kommunikation, Kollaboration, Kreativität, Kritisches Denken) in unserem jeweiligen Fachunterricht prüfen, welche inhaltlichen Schwerpunktsetzungen sinnvoll sind. Dadurch wollen wir Schülerinnen und Schüler dazu befähigen, später Berufe ausüben zu können, die heute noch nicht existieren.
  6. Wir wollen mithilfe des SAMR-Modells (Substitution, Augmentation, Modification, Redefinition) die erweiterten didaktischen Möglichkeiten, die sich in der Unterrichtsplanung ergeben, reflektieren.
  7. Wir wollen unsere vierteljährlichen pädagogischen Konferenzen für den Austausch über didaktische und pädagogische Fragen, die durch das veränderte Lernsetting entstehen, nutzen.
  8. Wir wollen diesen Prozess gemeinsam mit Eltern, Schülerinnen und Schülern und Kolleginnen und Kollegen begleiten und mithilfe der Trägerin evaluieren, um Erfahrungen auch für die anderen Schulen der Schulstiftung zu sammeln.

 

Was wir nicht wollen

  1. Wir wollen keine Voll-Digitalisierung des Unterrichts. Bewährte Unterrichtskonzepte und -methoden müssen und sollen erhalten bleiben, neue Methoden und Herangehensweisen sollen behutsam eingeführt, geprüft und ggf. etabliert und mit den bewährten Konzepten/Methoden kombiniert oder verbunden werden.
  2. Für jedes pädagogische Problem gibt es eine gesonderte App. Das ist gerade nicht unser Ansatz. Es geht um die Weiterentwicklung produktiver Arbeit an Inhalten. Im Vordergrund steht das Ziel (ggf. auch ein neues Ziel), nicht das Mittel dazu. Daher fokussieren wir uns zunächst auf möglichst wenige Programme.

 

Was wir schon wissen

  1. Wir wissen, dass diese pädagogische Konzeption nur vorläufig sein kann und regelmäßig mit den Erfahrungen des Projekts aktualisiert werden muss.
  2. Wir wissen auf Basis von Modellversuchen in der Schule, dass sich die Möglichkeiten der Zusammenarbeit, der Kommunikation über Lernprozesse und der Ergebnissicherung im Unterricht erweitern und von Schülerinnen und Schülern schnell und effektiv genutzt werden können.
  3. Wir wissen, dass sich das Lernen in der Gesellschaft stark verändert und auch schon bei den Schülerinnen und Schülern privat verändert hat (Gamification, auch in Unternehmen; Lernvideos; Vernetzung über soziale Medien auch zu Lernzwecken; Vermischung von formellem und informellem Lernen uvm.).
  4. Wir wissen, dass es neue pädagogische Herausforderungen geben wird. Dazu gehören u.a.
    1. Ablenkung durch die Geräte
    2. Addition der Bildschirmzeiten in der Schule und Zuhause
    3. Strukturierung des eigenen Lernprozesses, analog wie digital
  5. Wir wissen, dass wir Lehrerinnen und Lehrer eine veränderte Rolle haben werden, wenn alles Wissen potentiell immer zur Verfügung steht. Unser Fokus wird stärker auf der (Vor-)Strukturierung, Auswahl, Reduktion, Moderation und Begleitung von Lernprozessen liegen.
  6. Wir wissen, dass der Umgang mit Medien zu einem der Ankerpunkte des gemeinsamen Erziehungsauftrags zwischen Eltern und Schule geworden ist. Der Dialog darüber wird verstärkt werden müssen.

 

Was wir noch nicht wissen

  1. Wir wissen noch nicht, wie der Unterricht im Jahre 2025 aussehen wird, aber wir entwickeln eine Vorstellung davon, die die Grundlage dieses Projekts bildet.
  2. Wir wissen nicht, wie hoch der jeweilige Anteil an digitalen bzw. “analogen” Tätigkeiten und Lernprozessen sein wird, und wie stark gerade dann handwerklich-praktische Lernelemente vertreten sein sollten.
  3. Wir wissen noch nicht, ob die Lernergebnisse bei alten Zielen besser sein werden oder ob wir ganz andere Lernergebnisse bei neuen Lernzielen erreichen. Der Bildungsplan darf dabei nicht aus dem Blick geraten, sondern muss im Gegenteil Leitlinie für das unterrichtliche Handeln sein.

  1. Tolle Arbeit & gewinnbringende Zusammenstellung, um selbst ein bisschen daran herumzukauen. Als Einstieg in einer Steuerungsgruppe scheint „Was wir nicht wollen“ eine ziemlich gute Idee.

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