Schulentwicklung: Die Schlussklausur als Abrundung des Schuljahres

Wie führt man eine Schlussklausur für das gesamte Kollegium am Ende des Jahres ein und wie kann man sie sinnvoll inhaltlich gestalten?

Diese Fragen werden und häufig gestellt, von Hospitanten bei uns im Hause, über die sozialen Netzwerke, auf Foren und in diversen Netzwerken. Seit fast 15 Jahren haben wir an unserer Schule eine Jahresschlussklausur; sie ist ein wesentlicher Teil unserer Schulentwicklungsarbeit.

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Die Comburg, Schwäbisch Hall

Alle 2 Jahre verlassen wir dafür das Gelände und fahren an einen schönen Tagungsort mit max. 1,5 Fahrtzeit (Bad Wildbad, Comburg, Heiligkreuztal). Das jeweils andere Jahr bleiben wir vor Ort und gestalten einen gemütlichen, gemeinsamen Abend an der Schule. Das Programm umfasst praktisch immer folgende Elemente in unterschiedlicher Reihenfolge:

  • Dank und Rede der Schulleitung
  • Feedback für das Schulleitungsteam
  • Rückblick auf das vergangene Schuljahr (z. B. mit einer SWOT-Analyse): Hier wird auch auf oft sehr schnell zu behebende Probleme aufmerksam gemacht
  • Ein pädagogisches Leitthema, an dem weitergearbeitet wird
  • Zeit für die Übergabe von Klassen (gerade im Hinblick auf besondere Schülerinnen und Schüler)
  • Gemütliches Beisammensein am Abend (wichtiges Ventil!)
  • Ausblick auf das kommende Schuljahr

 

Folgende Elemente waren bereits Teil der Schlussklausur, sind es aber nicht immer:

  • Eltern und/oder Schülerinnen und Schüler als Referenten
  • Experten von außen
  • Fachbereichssitzungen (vor allem in der Umsetzung des aktuellen Bildungsplans)

 

Die Schlussklausur wurde im Rahmen einer krisenhaften Situation im Kollegium eingeführt: Es war das Bedürfnis und die Bereitschaft da, etwas für die Gemeinsamkeit zu tun. Die Fehler der Vergangenheit wurden dabei gemeinsam mit der damals neuen Schulleitung aufgearbeitet und der Rahmen für die Zusammenarbeit neu gesetzt. Gleichzeitig glaube ich nicht, dass es dieser Situation bedarf, um so eine Klausur zu installieren.

In Baden-Württemberg endet das Schuljahr (meistens, nächstes SJ ist die einzige Ausnahme) immer an einem Mittwoch. Wir sind an der Privatschule so frei, unseren pädagogischen Tag auf ebendiesen Tag zu legen. So haben unsere Schülerinnen und Schüler bereits am Dienstag, also einen Tag vor Ferienbeginn, frei. Wir Lehrerinnen und Lehrer tagen dann von Dienstag auf Mittwoch und beenden unser Schuljahr gemeinsam, und zwar am Mittwoch nachmittag.

Bezahlt wird die Tagung von der Schule (bis auf die Getränke). Dafür sind je nach Tagungsstätte ca. 80-100 Euro einzuplanen, exklusive Busfahrt. Jahrelang haben wir diese Veranstaltung im Rahmen der „Wunschkurse“ durch das Land Baden-Württemberg bezahlt bekommen. Inzwischen werden Privatschulen hier nicht mehr gefördert. Eine öffentliche Schule hat in unserem Bundesland also immer die Gelegenheit, eine solche Veranstaltung gefördert zu bekommen.

(Dieser Artikel wird auf Nachfrage erweitert)