bookmark_borderWas bedeutet Schulentwicklung? 

Was für ein merkwürdiger Titel. Er war der Auftrag einer Schule an mich für eine Keynote.

Schulentwicklung bedeutet gar nichts. Und alles. Gar nichts, wenn keine Notwendigkeit für (Schul-) Entwicklung gesehen wird. Im Bereich der Unternehmen gab es solche Erfahrungen zuhauf. Nokia dachte bis 2007, dem Tag, an dem das iPhone eingeführt wurde, die Vorherrschaft auf dem Handymarkt ginge noch Jahrzehnte weiter. Sieben Jahre später wurde Nokia an Microsoft verkauft und verschwand dann als Handyhersteller aus dem Markt. 

Während bei der NASA ein Praktikant einen neuen Planeten finden konnte (und wie konnte diese Information eigentlich zur Spitze durchdringen und wurde dann ernst genommen? Welche Unternehmenskultur braucht es dafür?) ging die Information zu manipulierten Dieselmotoren bei VW angeblich auf dem Weg zur Spitze des Unternehmens unter. Und die deutsche Autoindustrie geht gerade an dieser Selbstgefälligkeit ein. 

An den Schulen geht es nicht um die Existenz. Oder doch ein bisschen? Denn Schülerinnen und Schüler – und wenn wir uns ehrlich machen auch wir selbst – stellen sich die Frage, inwiefern das, WAS sie in Schule machen, und vor allem auch, WIE sie es tun, noch etwas mit den Herausforderungen des Lebens da draußen zu tun hat. Abschlüsse werden weniger anerkannt. Eltern und Lehrkräfte argumentieren damit, dass es „ihnen auch nicht geschadet hat“, auf diese oder jene Art zu lernen. Aber hat es ihnen auch genützt? Und nützt es jetzt auch noch? 

Man merkt schon: Schulentwicklung ist kein Selbstzweck. Schulentwicklung basiert auf Fragen. Auf dem (sich) Ehrlichmachen. Auf der Bereitschaft, die Perspektive zu wechseln und unser System aus der Sicht eines Kindes bzw. eines Jugendlichen zu betrachten.